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Laserbehandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Leitlinien der Deutschen Urologen
AWMF-Leitlinien-Register Nr. 043/035 Entwicklungsstufe: 2

Therapie des Benignen Prostata-Syndroms

2.2 Laserverfahren
Folgende Laserverfahren haben für die Therapie des Benignen Prostata Syndroms klinische Relevanz erreicht:
•Interstitielle Laserkoagulation bzw. laserinduzierte interstitielle Thermotherapie
•Transurethrale Laserkoagulation und -vaporisation
•Laserresektion

2.2.1 Interstitielle Laserkoagulation
Die klinische Wirksamkeit der interstitiellen Laserkoagulation (ILC) konnte für alle Charakteristika des BPS (Symptome, Obstruktion und Prostatavergrößerung) in uni- und multizentrischen Serien an über 1700 Patienten, die seit 1992 in peer-reviewed Zeitschriften publiziert wurden, nachgewiesen werden. Die Symptomatik besserte sich bei einer primären Ansprechrate von über 90% durchschnittlich um ca. 60-80%. Der maximale Harnfluß wurde um 70-120% des Ausgangswertes gesteigert. Dabei wurde eine Volumenreduktion der Prostata von 25-40% gemessen. Multivariate Analysen mehrerer klinischer Serien zeigten, daß das Therapieergebnis volumenbezogen von der Zahl der Punktionen (bzw. dem Nekrosevolumen) beeinflußt wurde (geringere bzw. größere Koagulationsvolumina erbrachten zwar bezüglich der Verbesserung der Symptomatik keine wesentlichen Unterschiede, wohl aber bezüglich der Steigerung der maximalen Harnflußrate). Urodynamische Messungen ergaben bei 5 Studien eine statistisch signifikante und klinisch relevante Abnahme sowohl des urethralen Öffnungsdrucks, als auch des intravesikalen bzw. Detrusordrucks sowie des urethralen Widerstandes.
Im prospektiv randomisierten Vergleich mit der transurethralen Resektion der Prosta-ta in 4 Studien mit ca. 300 Patienten erwies sich die ILC bezüglich der Besserung der Symptome gegenüber der TURP als vergleichbar, bezüglich der Verbesserung des maximalen Harnflusses schnitt die TURP besser ab. Langzeitergebnisse mit einer Nachbeobachtungszeit von 24 Monaten wurden in 5 Studien publiziert, in 2 Studien lag das Follow-up bei 36 Monaten. Dabei wurden anhaltend gute Ergebnisse der ILC bei allen Parametern (einschl. Druck-Fluß-Untersuchungen) nach 24 bzw. 36 Monaten beobachtet. Die Re-Therapieraten betrugen ca. 3-10% nach initialer Mißerfolgsrate von 2-12%.
Die Wahrscheinlichkeit eines Harnverhaltes unmittelbar nach Therapie wird mit 90-100% angegeben. Die Katheterisierungszeit unterliegt großen Schwankungen, in größeren Serien werden Durchschnittswerte von ca. 12 Tagen angegeben. Irritative Symptome treten im Verlauf bei ca. 10 bis 15% der Patienten auf. Andere Komplikationen (Harnröhren- und Blasenhalsstriktur, fieberhafte Harnwegsinfektion, Epididymitis, Prostatitis) traten in den neuen Serien nicht auf. Eine permanente Inkontinenz wurde bisher ebensowenig beschrieben wie eine erektile Dysfunktion
Quelle: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/043-035.htm